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Einiges Wissenswertes zur Geschichte der Scharni 29 …

Anfang der neunziger Jahre besetzt, entwickelte sich die Scharni 29 über Jahre zu einem alternativen Hausprojekt in Friedrichshain.

Alter, Herkunft, Sprachen usw. mischten sich und die Hausgemeinschaft wuchs zusammen, dass es da mal mehr und mal weniger gut funktioniert kann man wohl als ziemlich alltäglich sehen :) Dennoch funktioniert das Zusammenleben der Scharni 29, in einem grossen Kollektiv seit nun mehr als 20 Jahren!

Damals bekannt für Haus- und Dachbodenpartys und politische Initiativen wie die Irren- offensive, wandelte sich vieles als das Haus vor einigen Jahren, wie so viele andere Haus-/ Projekte, an einen Investor verkauft wurde.

Gijora Padovicz erreichte es 50 Prozent an Fördergeldern für eine Sanierung, welche unter dem Namen „Soziale Stadterneuerung“ bekannt ist, von dem Land Berlin zu bekommen. Es folgten unzählige Runde Tische, in welchen neue Verträge ausgehandelt werden und der Fortbestand des Hausprojekts gesichert werden sollte. Heraus kamen Wohnungsmietverträge für die einzelnen Stockwerke, welche für ein Hausprojekt unerträglich sind. Insbesondere wurde kein flexibler MieterInnenaustausch vereinbart. Dies führte im folgenden dazu, dass Padovicz jede Anfrage auf MieterInnenwechsel ablehnte und prompt wegen illegaler Untervermietung kündigte, sobald er in den Verdacht kam, es gäbe Veränderungen bei den HausbewohnerInnen. Somit wurde die Scharnie 29 für unser Verständnis Zwangssaniert und die Schikanen seitens des Hauseigentümers gegen alle Hausbewohner fanden ihren Anfang.

MitarbeiterInnen von Factor photographierten Möbellieferungen , um damit Umzüge nachweisen zu können. Auch die Verträge sahen kleine Gemeinheiten vor, wie das Verbot der Hundehaltung. Auch hier erfolgte eine Abmahnung, da der von Factor beauftragte und fast täglich durch das Haus streifende Hausmeister meinte, in einer Wohnung einen Hund bellen gehört zu haben. Der Dachboden wurde durch den Vermieter zerstört, das Fahradabstellen im Erdgeschoss verboten. Wohnräume wurden gekachelt und mit Anschlüssen für Gas und Wasser versehen. Die HausbewohnerInnen wurden für den Zeitraum der Sanierung in ein Haus in der Simplonstrasse umgesetzt. Nach der Rücksetzung Anfang ging der Terror weiter. Bereits zwei Monate nach dem Rückzug in die Scharni 29, kündigte Padovicz wegen angeblicher Mietrückstände alle Verträge. Es folgten auch Kündigungen wegen Hauszerstörung, Nötigung, illegaler Untervermietung etc..